Die Kirche in Lindig wurde 1733-1735 errichtet. Sie ging aus einer älteren, am 1. Mai 1506 in handschriftlicher Eintragung ("... zcu blintic in der kirche sandt ursulen") in einem lateinischen Messbuch von 1486 erwähnten Kirche hervor, die baufällig und auch zu klein geworden war: "Wegen ihres Alterthums in sehr großen Verfall gerathen, so dass das ganze Dach sehr wandelbar geworden, alle Balken und Träger abgefault, der Thurm in so elendem Zustande sich befindet, dass bei entstehenden Sturmwinden man immer besorgt sein muß, dass er zusamt den Glocken herunter geworfen werden möchte, auch die Kirche zu zweien Gemeinden zu klein und enge worden, dass dahero von der Löbschützer Gemeinde der meiste und größte Theil zurückzubleiben genöthigt wird"...

Die Kirche ist der Heiligen Ursula geweiht. In der Kirche in Lindig ist sie über dem Altar als Schnitzfigur dargestellt, sie trägt die Märtyrerkrone und einen Pfeil. Sie starb Ende des 4.Jhs. in Köln den Märtyrertod. Der Legende nach unternahm sie zusammen mit anderen christlichen Jungfrauen eine Pilgerreise nach Rom. Bei der Rückkehr nach Köln wurden alle Pilger von den heidnischen Hunnen getötet, die die Stadt belagerten. Der Prinz der Hunnen verliebte sich allerdings in Ursula und bot ihr an, sie zu verschonen und zu heiraten. Als sie die Ehe mit einem Heiden ablehnte, tötete er sie durch einen Pfeilschuss. Ihr Festtag ist der 21. Oktober.
Diese Figur stammt von einem gotischen Schnitzaltar und hatte mit zwei weiteren Figuren bis 1905 auf dem Dachboden der Kirche gelegen. Diese beiden befinden sich links und rechts von der der Heiligen Ursula: Die Heilige Odilia (Ottilie), die blind geboren wurde und deren Augen bei ihrer Taufe geheilt wurden, wurde später Äbtissin in einem von ihr gegründeten Nonnenkloster und starb im Jahr 720. Sie ist in Nonnentracht und mit zwei Augen auf dem Buch in ihrer Hand dargestellt (Festtag: 13. Dezember). Bei der dritten Figur könnte es sich möglicherweise um die Heilige Dorothea handeln. Darauf deutet die Blume in ihrer Hand hin, die vielleicht aber auch später hinzugefügt wurde (Festtag 6. Februar).

In den ersten Jahren nach der Reformation bildeten Löbschütz und Lindig eine eigene Pfarrei. Sie wurde um das Jahr 1537 als Filiale Kahla zugewiesen.


Aus der Chronik:

1580 Errichtung der Kanzel hinter dem Altar

1586 Glockenguss der ersten Glocke, Inschrift: "1586 goß mich Melchior Möringk Hans Bastevelt"

1605-1608 Renovierung der Kirche

1636 Guss einer weiteren Glocke "1636 goß mich Melchior Möringk von Erfurdt zu Rudolstadt V.D.M.I.A. Die Zeit war der ehrwürdige Herr Nikolaus Gundermann Pfarrer und Michael Fischer Schults und Georg Zöllner Altarmann und Hans Fischer Vorsteher"

1649 Aufstellung des Taufsteins, mit Weinlaub verziert, Inschrift "Lasset die Kindlein zu mir kommen."

1733-1735 Erneuerung und Erweiterung der Kirche

1742 Bau einer Orgel durch Justinus Ehrenfried Gerhard(t) aus Lindig

1753 Anbringung der Turmuhr (Einzeigeruhr mit Holzzifferblatt)

1763 Erneuerung der Orgel durch Johann Christian Gerhardt

1772 Erneuerung des Taufsteins

1867 Die beiden alten Glocken werden in Apolda umgegossen. Die größere trägt nun die Inschrift "Zur Andacht ruf’ ich Euch zusammen, Gott gebe nie zu Feuerflammen! Christ, folg’ dem Rufe deines Herrn, bewahrt den Fuß und dien’ ihm gern." und die kleinere "Bringt eure Kinder her zur Taufe, der Herr gibt Kraft zum Lebenslaufe."

1875 Renovierung des Kircheninneren und Reparatur der Orgel

1905 Anbringung der gotischen Schnitzfiguren über dem Altar

1907 Ausmalung der Kirche, Anbringung eines Christusbildes an der Kanzel und eines Landschaftsbildes an der Orgelempore (Blick von der Hummelshainer Straße zum Saaletal und den jenseitigen Bergen)

1917 Die größere Bronzeglocke muss abgeliefert werden und wird zerschlagen, da sie nicht im Ganzen vom Turm herabgelassen werden kann.

1929 Weihe einer neuen Glocke mit der Inschrift "Geopfert für Deutschlands Wehr 1917 - Neu erstanden zu Gottes Ehr 1929"

1942 Die neu beschaffte Glocke von 1929 muss wiederum für Kriegszwecke abgeliefert werden.

1950 Ausbesserung von Schäden am Turm, den Fenstern und der Turmuhr

1976 Blitzeinschlag in den Turm (17. Juli)

1984 Reparatur der Blitzschäden

1991 Neudeckung des Kichendaches

1996 Generalüberholung der Kirchturmuhr (mit finanzieller Unterstützung durch die Partnergemeinde Welzheim)

1999 Die Decke im Kircheninneren wird neu verputzt.

2001-2006 umfassende Sanierung des Kircheninneren

2010 Orgelweihe der restaurierten Gerhardt-Orgel

(nach: Die Chronik der Kirche zu Lindig, zusammengestellt und geschrieben von Martina Reich und Annett Hering, Juni 2006)

 

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Losung & Lehrtext

16.12.2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben! Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Micha 2,1 Markus 10,42-43

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