Die romanische Kirche zu Rodameuschel

Seit der Errichtung der Kirche im Jahre 1227 durch Volkmar von Hain hatte das nunmehr 775 Jahre alte Gotteshaus ein wechselvolles Schicksal, stand gelegentlich auch schon vor dem Abriß, dem Verkauf oder der Umwidmung zu Scheune oder Lagerhaus, war aber doch am Ende über sieben Jahrhunderte das geistliche Zentrum des kleinen Ortes. Die wechselnden Besitzer der Rittergüter haben sich ebenso wie mancher einfache Christ um die Erhaltung des Kirchleins verdient gemacht. Größere Renovierungen fanden 1812, 1904 und nun in den Jahren 2000-2003, also etwa alle 100 Jahre statt.

Die kleine, aber sehr schöne Orgel wurde 1842 von den Gebrüdern Poppe aus Roda erbaut, verlor aber bereits 1917 ihre Prospektpfeifen aus Zinn ebenso wie eine mehr als 500 Jahre alte Bronze-Glocke an die Kriegsproduktion und verfiel in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts mehr und mehr. Dank des großzügigen Engagements der Rudolf-August Oetker Stiftung, Bielefeld, welches auf Vermittlung des Berliner Rechtsanwaltes Rüdiger von Voss zustande kam, kann sie 2002/2003 durch die Orgelbaufirma Schönefeldt, Stadtilm, restauriert werden.

Die Bielefelder Stiftung hat auch erheblich zum Gelingen der Innenrestaurierung der Kirche beigetragen. Im August 2002 wurde die 775-Jahrfeier der Kirche unter großer Beteiligung des Dorfes und in Anwesenheit zahlreicher Gäste (auch der Familie von Voss, des Landrates Jürgen Mascher und des Superintendenten Dietrich Worbes aus Eisenberg) würdig in der restaurierten Kirche gefeiert.

Im Oktober 2002 deckte ein orkanartiger Sturm das Betonziegeldach des Kirchenschiffes an verschiedenen Stellen ab, so daß es sinnvoll schien, das komplette Dach neu, und zwar mit den auch früher verwendeten und bereits auf der neu gedeckten Apsis befindlichen Bieberschwänzen einzudecken. Nach großem logistischen Aufwand konnte der damalige Ministerpräsident des Landes Thüringen, Bernhard Vogel, für die finanzielle Unterstützung des Vorhabens gewonnen werden.

Mit der Neueindeckung des Daches, die auch einen erheblichen Umbau des völlig desolaten Dachstuhles notwendig machte, bot sich in diesem Zusammenhang die Wiedererrichtung eines Kirchturmes an, dessen Vorgänger 1973 wegen fehlender Reparaturmöglichkeiten abgerissen worden war. Damals handelte es sich um einen großen achteckigen Barockturm mit großer Zwiebel, Laterne, Haube, Kugel und Wetterfahne.

Um die Wiedererrichtung des Turmes nicht an finanziellen Schwierigkeiten scheitern zu lassen, wurde beschlossen, einen kleineren, viereckigen Turm so zu errichten, daß er auch eine Glocke würde fassen können. Für die Finanzierung konnte wieder die Rudolf-August Oetker Stiftung in Bielefeld gewinnen. So konnten das Dach und der Turm in den Monaten Januar bis April 2003 komplett erneuert werden.

Seit August 2003 läutet täglich eine kleine Glocke, die das Werk der Erneuerung dieses wunderschönen kleinen Kirchleins vollenden.

1927 schrieb der Pfarrer Oscar Drehsel anläßlich der 700-Jahrfeier: "Möge unsere liebe Kirche in dem neuen 8. Jahrhundert weiter eine Leuchte sein dem gegenwärtigen Geschlecht, wie den Nachkommen zur heilsamen Belehrung, Erbauung, Tröstung, so zur Freude, zum Frieden durch Jesum Christum. Dazu sei diese Kirche aufs neue befohlen in den Schutz Gottes, die Heimat, unser Volk und Vaterland."

So sei es, auch im neuen Jahrtausend!

 

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Losung & Lehrtext

16.12.2017
Weh denen, die Unheil planen, weil sie die Macht haben! Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.
Micha 2,1 Markus 10,42-43

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